Medikamentöse Prophylaxe reduziert Häufigkeit und Stärke von AttackenPatienten sollten sechs bis neun Monate behandelt werden, um den Erfolg zu beurteilenWenn Migräne-Patienten häufige Attacken haben, sollte eine Migräne-Prophylaxe begonnen werden. Damit können Anfälle zwar nicht komplett unterdrückt, aber ihre Zahl und Heftigkeit reduziert werden. Außerdem kann etwa Dauerkopfschmerzen durch zu häufige Medikamenteneinnahme vorgebeugt werden. Eine Prophylaxe kommt in Frage, wenn Patienten mehr als dreimal pro Monat Attacken haben und nicht ausreichend auf eine Akuttherapie ansprechen oder unerwünschte Wirkungen nicht tolerieren. Auch bei unerträglichen Schmerzen und Attacken, die länger als 48 Stunden anhalten und bei neurologischen Ausfällen, sollten Kollegen ihren Patienten zur Prophylaxe raten. Darauf weist Hans-Christoph Diener von der Universität Essen hin (Nervenheilkunde 19, 2000, 335). Die Prophylaxe sei optimal, wenn Häufigkeit, Dauer und Schwere von Attacken um mindestens 50 Prozent reduziert würden, so Diener.
Folgende Medikamente empfiehlt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft in Kooperation mit der Kommission Schmerztherapie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie für die Prophylaxe:
Zunächst werden die Patienten sechs bis neun Monate behandelt. Dann werden die Medikamente ausschleichend abgesetzt und für etwa drei Monate beobachtet, wie sich die Migräne entwickelt. Nehmen Attacken wieder zu, sollten Patienten erneut prophylaktisch behandelt werden (Ernst Mutschler et al., Mutschler Arzneimittelwirkungen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2001). (gwa)
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