| Deutsche Gesellschaft für
Allgemeinmedizin
Das DEGAM-Konzept – Entwicklung, Verbreitung, Implementierung und
Evaluation von Leitlinien für die hausärztliche Praxis
Autoren: Ferdinand M. Gerlach, Martin Beyer, Matthias Berndt, Joachim
Szecsenyi, Heinz-Harald Abholz, Gisela C. Fischer
Zusammenfassung
Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin
und Familienmedizin (DEGAM) hat nach internationalen Vorbildern damit
begonnen, im Rahmen eines "Zehnstufenplans" wissenschaftlich fundierte und
zugleich praxiserprobte Leitlinien zu entwickeln. Ziel ist die
Beschreibung einer im Einzelfall angemessenen, bedarfsgerechten
hausärztlichen Grundversorgung. Die Entwicklung erfolgt nach den
Prinzipien der "evidence-based medicine", bezieht Anwender wie Patienten
ein und umfaßt bereits vor Veröffentlichung einer Leitlinie die Prüfung
von Praktikabilität und Akzeptanz in einem Praxistest. Zur Unterstützung
der Implementierung in die Praxis besteht jede Leitlinie aus mindestens
fünf Modulen, darunter speziellen Materialien, die sich an
Praxismitarbeiter und Patienten richten. Anhand einer Checkliste der
Ärztlichen Zentralstelle Qualitätssicherung wird die methodische Qualität
der Leitlinien überprüft. Die Evaluation von Folgen und Wirkungen der
Leitlinien auf die Patientenversorgung ist ebenfalls fester Bestandteil
des DEGAM-Konzeptes.
Sachwörter: Leitlinien, Allgemeinmedizin,
Implementierung, Evaluation, evidence-based medicine
Warum Leitlinien für die hausärztliche
Praxis?
Leitlinien sind nach dem Verständnis der
Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin,
DEGAM
"... systematisch entwickelte Empfehlungen, die
Grundlagen für die gemeinsame Entscheidung von Ärzten und deren Patienten
zu einer im Einzelfall sinnvollen gesundheitlichen Versorgung
darstellen."
Diese Formulierung entspricht weitgehend einer
deutschen Übersetzung der international breit akzeptierten Definition des
"Institutes of Medicine" (9) und steht in Einklang mit entsprechenden
Formulierungen von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher
Bundesvereinigung (4). Leitlinien richten sich demnach an Ärzte und ihre
Patienten, denen eine gemeinsame Entscheidung über eine im Einzelfall
sinnvolle Versorgung ermöglicht werden soll. In diesem Sinne werden
Leitlinien gelegentlich auch als ein "shared decision-support system"
bezeichnet (21).
Explizites Ziel der DEGAM-Leitlinien ist es damit
auch, nicht zu beschreiben was maximal möglich ist, sondern
Hilfestellungen für eine individuell angemessene, aufgabengerechte
hausärztliche bzw. allgemeinmedizinische Grundversorgung zu geben.
Empfehlungen, die sich auf Aspekte einer rein spezialärztlichen Versorgung
beziehen, sind nicht Gegenstand der DEGAM-Leitlinien.
Leitlinien könnten einem Problem entgegenwirken,
das insbesondere für praktisch tätige Ärzte eine nahezu unüberwindbare
Herausforderung darstellt. Schätzungen zufolge verdoppelt sich der Umfang
der medizinischen Literatur etwa alle 10 Jahre, der Literaturzuwachs pro
Jahr beträgt etwa 7 %. Um allein auf dem Gebiet der Inneren Medizin
"up to date" zu bleiben, wäre die Lektüre von etwa 17 Originalarbeiten,
wenigstens aber einer relevanten Schlüsselpublikation pro Tag erforderlich
(6, 20). Die Lektüre dieser Arbeiten würde u. a. auch eine kritische
Überprüfung der Studienmethodik, die Würdigung der Ergebnisse – vor dem
Hintergrund vergleichbarer Studien – und eine Prüfung der Relevanz für die
eigene Praxis bzw. einzelne Patienten erfordern. Angesichts dieser
Informationsflut könnten Leitlinien, die nach den Prinzipien der
"evidence-based medicine" entwickelt werden, und die eine darauf beruhende
komprimierte Zusammenfassung praxisrelevanter Empfehlungen beinhalten, für
eine wesentlich bessere Transparenz sorgen. Auch wenn insbesondere in der
hausärztlichen Versorgung viele Patientenprobleme typischerweise komplex
sind und vielfach bisher nicht untersucht wurden, besteht so doch die
Chance, tendenziell mehr Patienten eine optimierte, ggf. auch
kosteneffektivere Versorgung zu ermöglichen. Darüber hinaus ließen sich
Verbesserungspotentiale identifizieren und die Wahrscheinlichkeit
erwünschter Outcomes erhöhen. Auch die Markierung von Wissenslücken und
zukünftigem Forschungsbedarf wären prinzipiell erwünschte Folgen einer
systematischen Leitlinienentwicklung nach den Prinzipien der
"evidence-based medicine".
Entscheidungen über eine sinnvolle
gesundheitliche Versorgung im Einzelfall werden jedoch nicht allein durch
evidenzbasierte Leitlinien determiniert, sondern sind in der Regel drei
verschiedenen, zunehmend anerkannten Einflüssen ausgesetzt:
- den (evidenzbasierten)
Leitlinienempfehlungen
- der medizinischen (ärztlichen) Beurteilung der
besonderen Bedingungen des Einzelfalls ("clinical judgement")
- den Präferenzen des Patienten ("patient
preferences")
Dieser Zusammenhang spielt gerade in der
hausärztlichen Versorgung mit ihren oft vielschichtigen
Problemkonstellationen eine Rolle. Leitlinien können hier wesentlich dazu
beitragen, mehr Klarheit bzw. Transparenz für Arzt und Patient zu schaffen
und so als vertrauensbildende Maßnahme deren Kommunikation dialogischer zu
gestalten (13).
Wie entwickeln? Der
DEGAM-"Zehnstufenplan"
In viel beachteten Übersichtsarbeiten (18, 19)
haben Grimshaw et al. insgesamt 91 Einzelstudien zu Wirkungen und Folgen
von Leitlinien analysiert. Für unterschiedliche Strategien zur
Entwicklung, Verbreitung und Umsetzung von Leitlinien läßt sich damit die
Wahrscheinlichkeit angeben, mit der eine Effektivität von Leitlinien
hinsichtlich ihrer tatsächlichen Umsetzung in die tägliche Praxis erwartet
werden kann (vgl. auch 17). Die Erkenntnisse aus den bisher vorliegenden
Evaluationsstudien haben weltweit nachhaltigen Einfluß auf die Konzeption
von Programmen zur Entwicklung, Verbreitung und Implementierung von
Leitlinien gehabt (u. a. 34).
In Deutschland wurden erste Vorschläge zur
strukturierten Entwicklung von Leitlinien in der Allgemeinmedizin, die
internationale Evaluationsergebnisse verschiedener Programme zur
Leitlinienerstellung berücksichtigten, bereits 1995 publiziert (14, 29).
Die DEGAM hat 1997 – auf der Basis der vorliegenden Ergebnisse und der
konkreten Erfahrungen von Kolleginnen und Kollegen aus anderen
europäischen Ländern – schließlich ein Konzept zur Entwicklung,
Verbreitung und Implementierung von Leitlinien für die hausärztliche
Praxis verabschiedet und zwischenzeitlich fortgeschrieben, das im
folgenden vorgestellt wird (vg. auch 7).
Im Rahmen ihrer Entwicklung folgt jede
DEGAM-Leitlinie einem transparenten "zehnstufigen" Ablaufplan (Tab. 1).
Die gesamte Leitlinienarbeit der DEGAM wird federführend vom
DEGAM-Arbeitskreis "Leitlinien" initiiert und koordiniert. Der
Arbeitskreis ist der Sektion Qualitätsförderung der DEGAM zugeordnet und
über deren Sprecher im Präsidium vertreten.
Tab. 1:
Zehnstufenplan der DEGAM
- Beauftragung eines "koordinierenden
Zentrums"
- Konstituierung einer themenbezogenen
Arbeitsgruppe mit interdisziplinärer Besetzung und Durchführung
einer Literatur-Review
- Erstellung eines "Erstentwurfs"
- Strukturierte Stellungnahme eines
"Ärztepanels"
(ca. 25 Allgemeinärzte aus Forschung, Lehre und
Praxis)
- Resultierender "Zweitentwurf" wird mit
externen Experten diskutiert:
ggf. ein modifizierter
"Drittentwurf" erarbeitet
- Diskussion mit Fachgesellschaften und
Berufsverbänden:
ggf. Erstellung eines "Viertentwurfs"
- "Praxistest" in Qualitätszirkeln,
Praxisnetzen und Einzelpraxen
- Erstellung eines "Fünftentwurfs" und
formale Überprüfung
- Präsentation durch die Autorengruppe und
Autorisierung als Empfehlung der DEGAM
- Erstveröffentlichung im "Forum Qualität"
der ZFA–Zeitschrift für Allgemeinmedizin
|
Für jedes Leitlinienthema wird demnach von der DEGAM ein
"koordinierendes Zentrum" beauftragt, das jeweils einer
allgemeinmedizinischen Universitätseinrichtung (Lehrstuhl oder
Lehrauftrag) entspricht. Die jeweils verantwortlichen Autoren bilden eine
Arbeitsgruppe, die zunächst eine Literatur-Review nach den Prinzipien der
"evidence-based medicine" durchführt. Dabei wird versucht, für alle
Empfehlungen einen "level of evidence" anzugeben, der in der Spannbreite
zwischen Belegen in Form einer Metaanalyse randomisierter kontrollierter
Studien (Level Ia) und alleiniger Expertenmeinung (Level IV als Hinweis
auf das Fehlen methodisch guter Studien) schwanken kann. Wie auch in
anderen Ländern, in denen ähnlich verfahren wird, muß bei dieser
Graduierung in Kauf genommen werden, daß die Beurteilung von Studien nach
ihrem Design andere wichtige Qualitätsmerkmale wie die Probandenzahl, die
Patientenselektion, die drop out Rate etc. unberücksichtigt läßt (27).
Nach Erstellung eines Erstentwurfs wird dieser durch ein Panel von etwa
25 erfahrenen Allgemeinärzten aus Forschung, Lehre und Praxis beurteilt.
Mit Hilfe eines strukturierten Fragebogens werden hier die einzelnen
Empfehlungen zu Anamnese, Diagnostik und Therapie nach inhaltlichen und
formalen Kriterien beurteilt. Auch erste Einschätzungen zu Akzeptanz und
Praktikabilität unter Praxisbedingungen werden hier erhoben. Die hier und
im später folgenden Praxistest (Stufe 7) praktizierte, aktive Einbeziehung
von Anwendern dient u. a. der Identifizierung von Barrieren, die eine
spätere Umsetzung in die tägliche Praxis behindern könnten. In
verschiedenen Evaluationsstudien hat sich dieses Vorgehen als wichtiges
Elemente erfolgreicher Leitlinienentwicklung erwiesen (u. a. 26,
31).
Die Ergebnisse der Panelbefragung fließen in einen daraufhin
modifizierten Zweitentwurf ein, der mit einzelnen externen Experten
diskutiert wird. Dabei kann es sich je nach Thema um Vertreter anderer
Berufsgruppen (z. B. Pflege, Krankengymnastik, Pharmazie, Psychologie
etc.), um Allgemeinärzte mit einer Schwerpunktbildung im relevanten
Bereich oder auch um einzelne Spezialisten angrenzender Fachgebiete
handeln.
Der daraus entstehende "Drittentwurf" wird – mit der offiziellen
Einladung zu einer Kommentierung – an alle wissenschaftlichen
Fachgesellschaften gesandt, die ebenfalls mit der Betreuung des jeweiligen
Beratungsanlasses befaßt sind. Bei dieser Gelegenheit wird auch der
Berufsverband der Allgemeinärzte Deutschlands (BDA) um eine Stellungnahme
gebeten. Neben inhaltlichen und formalen Aspekten der jeweiligen
Leitlinienempfehlungen stehen hier insbesondere die Indikationen zur
Überweisung und Rücküberweisung im Vordergrund. Die kritischen Anmerkungen
und Vorschläge der verschiedenen Fachgesellschaften werden hinsichtlich
ihrer Evidenz und Relevanz für die hausärztliche Versorgung geprüft sowie
abgewogen und schlagen sich in einem Viertentwurf nieder.
Anschließend – bei Bedarf auch parallel – wird ein Praxistest
durchgeführt. Zu diesem Zweck werden die verschiedenen Leitlinien-Module
in etwa zwanzig hausärztlichen Praxen für einen Zeitraum von jeweils vier
Wochen erprobt. Ziel des explorativen Praxistests ist die Feststellung der
Akzeptanz und Praktikabilität der Leitlinie unter Praxisbedingungen. Zu
diesem Zweck werden alle beteiligten Ärzte und Praxismitarbeiter sowie die
in diesem Zeitraum behandelten Patienten strukturiert nach ihren konkreten
Erfahrungen und ihrer persönlichen Einschätzung befragt.
Da in Deutschland mehr als 2300 vertragsärztliche Qualitätszirkel mit
etwa 28.000 potentiellen Anwendern aller Fachrichtungen arbeiten (15, 16),
die eine Reihe eigener Leitlinien entwickelt haben (u. a. 30), wird
spätestens im Rahmen des Praxistests versucht, deren Erfahrungspotential
und pragmatische Problemlösungsansätze zu nutzen (28).
Die resultierenden Erkenntnisse fließen in einen Fünftentwurf der
Leitlinie ein. Zu Selbstkontrolle und zur Gewährleistung größtmöglicher
Transparenz gegenüber späteren Nutzern (vgl. u. a. 5, 27) wird jede
Leitlinie anhand der Checkliste "Methodische Qualität von Leitlinien" (1,
25) formal überprüft. Die dabei zugrunde liegenden Qualitätskriterien für
Leitlinien beruhen weitgehend auf den vom Institute of Medicine
formulierten Anforderungen (10) und wurden von der Ärztlichen
Zentralstelle Qualitätssicherung (ÄZQ) in dieser Checkliste
operationalisiert. Auch an eine regelmäßige Revision der Leitlinien wird
dabei gedacht: Alle Leitlinien tragen ein "Gültigkeitsdatum", an dem die
Aktualität der Empfehlungen überprüft wird. Der sich so ergebende Aufbau
der Leitlinien-Langfassung ist in Tab. 2 dargestellt und läßt die
verschiedenen Elemente erkennen, die – über die eigentlichen Empfehlungen
hinaus – fester Bestandteil jeder DEGAM-Leitlinie sind.
Tab. 2: Aufbau der
Langfassung
- Einführung, Inhaltsverzeichnis,
Definitionen
- Ziele und Epidemiologie des
Beratungsanlasses
- Vorgehensweise
- Zusammenfassung der Empfehlungen
- Erwartete Ergebnisse
- Methodik, Beweise, Auswahlkriterien
- Nutzen, Nebenwirkungen, Kosten
- Verbreitungs- und
Implementierungsplan
- Evaluation und vergleichbare
Leitlinien
- Gültigkeitsdauer und Fortschreibung
- Autoren, Kooperationspartner, Sponsoren,
Konsensusverfahren
- Literatur
|
Der Leitlinien-Entwurf wird schließlich von der Autorengruppe
fachöffentlich präsentiert und nach abschließender Diskussion im
DEGAM-Arbeitskreis "Leitlinien" als offizielle Empfehlung der DEGAM
autorisiert. Die Erstveröffentlichung erfolgt im Forum Qualität der
ZFA–Zeitschrift für Allgemeinmedizin.
Die DEGAM hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahres 2001 für
etwa 15 bis 20 Themen, die aus allgemeinmedizinischer Sicht prioritär
sind, Leitlinien zu erarbeiten. Voraussetzung für die
entscheidungsorientierende Funktion einer medizinischen Leitlinie ist
oftmals, daß die Leitlinie nicht von einer bereits verifizierten Diagnose
(z. B. "Bandscheibenvorfall") sondern vom Patientenanliegen oder
Behandlungsanlaß (z. B. "Rückenschmerz") ausgeht. Insbesondere in der
ambulanten (hausärztlichen und spezialistischen) Versorgung muß von noch
wenig selektierten Patientenanliegen ausgegangen werden, bei denen die
ersten Abklärungsschritte oft weichenstellende Bedeutung haben. Deshalb
wird versucht, nach Möglichkeit von noch undifferenzierten
Beratungsanlässen und nicht von bereits differentialdiagnostisch
abgeklärten, verifizierten Diagnosen auszugehen. In Tab. 3 sind die
derzeit bearbeiteten 16 Themen, die jeweils verantwortlichen
koordinierenden Zentren sowie die bisher erreichten Entwicklungsstufen
dargestellt.
Tab. 3: Themen,
koordinierende Zentren und Entwicklungsstand
| Themen |
Zentren |
Stufe |
- Brennen beim Wasserlassen
|
Göttingen |
6 |
|
Der ältere Sturzpatient |
Ulm |
3 |
|
Diabetes mellitus |
Düsseldorf |
1 |
|
Geriatrisches Assessment |
Hannover |
2 |
|
Halsschmerzen |
Hannover |
3 |
|
Harninkontinenz |
Hannover |
3 |
|
Husten |
Berlin |
3 |
|
Müdigkeit |
Marburg + Münster |
3 |
|
Nachlassen geistiger Leistungsfähigkeit |
Hannover |
1 |
|
Ohrenschmerzen |
Düsseldorf |
3 |
|
Rückenschmerzen |
Freiburg + Göttingen |
2 |
|
Schlaganfall |
Frankfurt |
1 |
|
Schwindel |
Düsseldorf |
3 |
|
Sinusitis |
Hannover |
3 |
|
Umgang mit pflegenden Angehörigen |
Hannover |
3 |
|
Venenleiden |
Düsseldorf |
1 |
Wie verbreiten und implementieren? Fünf "Module"
für die Praxis
Zahlreiche Evaluationsstudien zeigen, daß hinsichtlich der Verbreitung
von Leitlinien die Veröffentlichung in Fachzeitschriften oder auch das
gezielte Anschreiben einer Zielgruppe lediglich eine geringe bzw.
unterdurchschnittliche Effektivität erwarten lassen (u. a. 11, 19).
Für eine Implementierung von Leitlinien, d. h. eine
Verhaltensänderung in der täglichen Praxis, erwiesen sich allgemeine
Hinweise auf bestehende Leitlinien bzw. Erinnerungen als wenig effektiv.
Ideal sind den Untersuchungen zufolge jedoch patientenspezifische,
d. h. konkrete, problembezogene Hinweise zum Zeitpunkt der
Konsultation, die in den Praxisalltag integriert werden (z. B. durch
eine entsprechende Meldung der Praxis-EDV oder Praxis-Checklisten). Jede
DEGAM-Leitlinie besteht daher aus mindestens fünf Modulen (inkl.
Langfassung), die eine Implementierung der Empfehlungen im Praxisalltag
unterstützen sollen und im folgenden vorgestellt werden.
Lang- und Kurzfassung für Ärztinnen und
Ärzte
Neben der ausführlichen Langfassung einer Leitlinie, die neben den
eigentlichen Empfehlungen eine ganze Reihe von Hintergrundinformationen
zum gezielten Nachlesen enthält (Aufbau vgl. Tab. 2), wird zu jeder
Leitlinie eine Kurzfassung erstellt.
Die Kurzfassung enthält eine übersichtliche, prozeßorientierte
Darstellung, die sich an typischen Praxisabläufen orientiert. Auf einer
maximal zwei DIN-A5-Seiten umfassenden laminierten Kunststoffkarte finden
sich knappe Angaben zu:
- wichtigen Ursachen,
- abwendbar gefährlichen Verläufen (den sog. "red flags"),
- hausärztlicher (Differential-)Diagnostik (Anamnese, körperliche und
technische Untersuchungen),
- Indikationen zur Überweisung bzw. Einweisung,
- Stufentherapie und
- Empfehlungen für Patienten.
Soweit Studien zu einzelnen Empfehlungen einer Leitlinie vorliegen,
wird die "Stärke der Empfehlung" (A, B oder C) angegeben. Steht in der
Leitlinie ein "A" hinter einer Empfehlung, so liegen randomisierte
kontrollierte Studien vor, die diese Empfehlung stützen. Ein "C" steht
hingegen für "Expertenmeinungen" und somit für das Fehlen guter klinischer
Studien.
Die Kurzfassung ersetzt als "quick reference guide" nicht die
Langfassung. Geplant ist eine Sammlung aller sukzessive produzierten
Leitlinien in einem Loseblattsystem, das am Arbeitsplatz des Arztes
griffbereit gehalten werden kann und durch Werkzeuge zum gezielten
Qualitätsmanagement in der Praxis erweitert wird. Eine Integration der
Leitlinien-Kurzfassung in gängige Praxis-EDV-Systeme wird derzeit
konzipiert. Dabei sollen insbesondere Masken mit Erinnerungs- oder
Auditfunktion die Bereitstellung der Leitlinienempfehlungen im Augenblick
der Entscheidungsfindung unterstützen.
Telefonleitfaden für
Praxismitarbeiter/innen
Da auch Praxismitarbeiter/innen wichtige Aufgaben bei der praktischen
Umsetzung von Leitlinien haben, ist deren konsequente Einbeziehung fester
Bestandteil des DEGAM-Konzeptes. So wird zu jeder Leitlinie ein
kurzgefaßter, ebenfalls prozeßorientierter Telefonleitfaden für
Praxismitarbeiterinnen entwickelt, der bei Anrufen von Patienten eine
erste Vorklärung ermöglicht. Auch erste Hinweise an den Patienten zur
Vorbereitung des Praxisbesuchs können hier vorgeschlagen werden.
Ausstattung und Format gleichen der Kurzfassung für Ärztinnen und
Ärzte. Es ist vorgesehen, die Materialien für Praxismitarbeiter/innen in
einem separaten Sammelordner an deren Arbeitsplatz bereitzuhalten. Die
verantwortliche Einbeziehung kann eine Stärkung der Arzthelfer/innen
innerhalb des Praxisteams und eine Optimierung von Praxisabläufen bei
gleichzeitiger Entlastung des Arztes zur Folge haben. In Abhängigkeit von
weiteren Erfahrungen bei der Entwicklung und Implementation ist daran
gedacht, die Funktion der Telefonleitfäden zu erweitern bzw. zusätzliche
Materialien für Praxismitarbeiter/innen zu entwickeln. In Frage kommen
hier z. B. Checklisten zur Praxisorganisation oder Unterlagen zur
Schulung von Patienten mit chronischen Krankheiten.
Infozept
Zur Ausgabe im Sprechzimmer eignen sich individuell auf den Patienten
abgestimmte "Infozepte". Diese sehen ähnlich wie ein Privatrezept aus und
enthalten Informationen über spezifische medikamentöse und
nicht-medikamentöse Maßnahmen.
Da viele Patienten erfahrungsgemäß bereits beim Verlassen des
Sprechzimmers einen Teil der zuvor gegebenen Hinweise vergessen haben,
sollen die mündlichen Empfehlungen des Arztes auf diese Weise in
Erinnerung gebracht werden. Der Inhalt der Infozepte wird handschriftlich
oder mit Hilfe der Praxis-EDV individuell angepaßt und dem Patienten vom
Arzt übergeben. Das bewußt einem Privatrezept ähnelnde Infozept kann
insbesondere dann eine wichtige Ersatzfunktion bekommen, wenn
nicht-medikamentöse Maßnahmen (z. B. bewährte "Hausmittel")
"rezeptiert" werden und so – eine oftmals ritualisierte – Verschreibung
von Medikamenten vermieden werden soll.
Durch bessere Information und Anregungen zur verantwortlichen
Selbsthilfe soll darüber hinaus die Patientenrolle gestärkt werden.
Patienten-Faltblatt
Da Patienten im Sinne der eingangs dargestellten Leitlinien-Definition
in die Lage versetzt werden sollen, gemeinsam mit ihrem Arzt eine
informierte Entscheidung über eine angemessene Versorgung im Einzelfall zu
treffen, ist es geradezu zwingend, wichtige Empfehlungen in die Sprache
des Patienten zu übersetzen. Darüber hinaus haben Untersuchungen gezeigt,
daß Informationsblätter für Patienten eine kosteneffektive Maßnahme zur
Beeinflussung des gesundheitlichen Verhaltens von Patienten sind
(z. B. 2). Neben den patienten-individuell modifizierten Infozepten
werden daher zu jeder Leitlinie auch Patienten-Faltblätter mit allgemein
interessierenden Informationen entwickelt.
Die Faltblätter werden an der Anmeldung oder im Wartezimmer
bereitgelegt und enthalten allgemeine Hinweise zum jeweiligen Problem.
Dabei wird z. B. allgemeinverständlich auf folgende Fragen
eingegangen: Was verursacht meine Beschwerden? Worum handelt es sich
dabei? Ist meine Erkrankung gefährlich? Was kann ich selber tun? Was kann
mein Arzt tun?
Soweit Patienten durch entsprechende Materialien ebenfalls über
Leitlinieninhalte informiert sind, kann die Kommunikation von Arzt und
Patient über den Behandlungsverlauf informierter, transparenter und
oftmals für den Patienten überzeugender verlaufen. Für Ärzte kann die
bessere Information ihrer Patienten im Sinne einer vertrauensbildenden
Maßnahme u. a. den Vorteil haben, daß überzogenen, manchmal falschen
Erwartungen, die nicht zuletzt auf Sensationsberichten in Publikumsmedien
fußen, auf diese Weise begegnet werden kann.
Weitere Maßnahmen zur Unterstützung der
Implementierung
Nach internationaler Erfahrung (z. B. 9, 10, 17, 21, 22, 33) ist
zumeist eine Anpassung zentral erstellter Leitlinien an die Gegebenheiten
einzelner Einrichtungen erforderlich. Je nach Ausmaß der zugrundeliegenden
Evidenz bestehen hier größere oder geringere Spielräume. Dabei eröffnet
sich die Möglichkeit, Versorgungsprozesse konkret zu definieren,
Verantwortlichkeiten zu klären, den Ressourceneinsatz zu planen und die
Organisation besser auf ihre Versorgungsaufgaben auszurichten. Im Rahmen
von vernetzten Strukturen, wie z. B. sog. ‘Praxisnetzen’, können
Leitlinien zentrale Bedeutung für das Funktionieren arbeitsteiliger
Versorgungsprozesse erlangen.
Zur Verbreitung von Leitlinien sollten deren Inhalte auch integraler
Bestandteil von Aus-, Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen werden. So soll
mittelfristig z. B. der Gegenstandskatalog für das Medizinstudium und
das Curriculum für die Kursweiterbildung von Allgemeinärzten auf ein fall-
und problemorientiertes Training der empfohlenen Strategien ausgerichtet
werden.
Generell haben sich vor allem solche Strategien zur Implementierung von
Leitlinien als erfolgreich erwiesen, in denen eine gleichzeitige
Kombination verschiedener Vorgehensweisen gewählt wurde (z. B.
32)
Wie evaluieren?
Eine medizinische Leitlinie hat letztlich nur dann eine Berechtigung,
wenn durch sie der Gesundheitszustand von Patienten verbessert wird.
Die Evaluation der DEGAM-Leitlinien erfolgt in mindestens drei Stufen:
- Im Rahmen der Leitlinienentwicklung werden in einem explorativen
"Praxistest" bereits Akzeptanz und Praktikabilität der Leitlinie sowie
der Implementierungsmodule evaluiert.
- Nach Autorisierung und Breiteneinführung der Leitlinien gilt es den
tatsächlichen Grad der Umsetzung der einzelnen Empfehlungen in
praktisches Handeln durch Ärzte/innen, Patienten/innen und
Praxismitarbeiter/innen festzustellen.
- Auf der letzten und methodisch anspruchsvollsten Evaluationsstufe,
soll der Frage nachgegangen werden, ob die DEGAM-Leitlinien auch zu
einer Verbesserung der Patientengesundheit beitragen. Zur Vorbereitung
einer entsprechenden Feststellung des Zielerreichungsgrades ist die
Formulierung konkreter Evaluationsziele bereits fester Bestandteil der
Langfassung jeder Leitlinie.
Parallel zu den Stufen zwei und drei sollten auch die ökonomischen
Auswirkungen der Leitlinie, ggf. in Zusammenarbeit mit Kassenärztlichen
Vereinigungen, behandelnden Ärzten und Krankenkassen ermittelt werden.
Die geschilderten Evaluationsvorhaben sind methodisch aufwendig, zeit-
sowie personalintensiv und damit teuer. Ihre Realisierung ist von der
Bereitstellung ausreichender Mittel abhängig. Untersuchungen zur
Evaluation der Wirkungen und Folgen von Leitlinien sollten daher zunächst
dort erfolgen, wo bereits Daten erhoben werden bzw. diese vergleichsweise
leicht verfügbar sind und wo die Bildung von Kontrollgruppen
unproblematisch ist. Entsprechende Bedingungen könnten ggf. in "vernetzten
Praxen" angetroffen werden.
Während die Evaluation von Leitlinien in anderen Ländern bereits eine
hohe Forschungspriorität genießt und z. B. 1996 allein in
Großbritannien 13 kontrollierte Studien zur Implementierung von Leitlinien
in Allgemeinpraxen durchgeführt wurden (8), ist aus Deutschland bisher
keine einzige vergleichbare Studie bekannt. Die Notwendigkeit einer
Evaluation medizinischer Leitlinien ist hierzulande sogar Gegenstand einer
kontroversen Diskussion (12).
Merkmale des DEGAM-Konzeptes
Das vorgestellte DEGAM-Konzept zur Entwicklung, Verbreitung,
Implementierung und Evaluation von Leitlinien für die hausärztliche Praxis
umfaßt eine Reihe von Aspekten bzw. Elementen, die im deutschen Sprachraum
bisher wenig beachtet bzw. realisiert worden sind. Die wichtigsten
Merkmale des DEGAM-Konzeptes zeigt die folgende Zusammenstellung:
- Bei der Auswahl der Leitlinienthemen erfolgt nach Möglichkeit eine
Orientierung an Patientenanliegen und weniger an bereits verifizierten
Diagnosen.
- Das gemeinsame Ziel der DEGAM-Leitlinien ist nicht die Darstellung
maximal möglicher Versorgungsoptionen, sondern die Beschreibung eines
angemessenen, aufgabengerechten Handelns im Einzelfall.
- Das Entwicklungskonzept beruht auf internationalen Vorbildern bzw.
Ergebnissen von Evaluationsstudien und sieht ein schrittweises Vorgehen
im Rahmen eines "Zehnstufenplans" vor.
- Die Entwicklung der einzelnen Empfehlungen erfolgt auf der Basis
gründlicher Literaturanalysen nach den Prinzipien der "evidence-based
medicine".
- Soweit Studien als Belege für einzelne Empfehlungen vorliegen,
werden in der Langfassung sechs verschiedene "levels of evidence"
unterschieden. In der Kurzfassung werden diese zu einer dreistufigen
"Stärke der Empfehlung" zusammengefaßt.
- Die Beteiligung der späteren Anwender von Leitlinien ist
essentieller Bestandteil des Zehnstufenplans. Eine kritische Beurteilung
von Entwürfen erfolgt erstmals auf dem Wege einer Panel-Befragung von
etwa 25 erfahrenen Allgemeinärzten/innen aus Forschung, Lehre und
Praxis.
- Darüber hinaus wird in einem Praxistest bereits vor der
Veröffentlichung die Praktikabilität und Akzeptanz der Leitlinien unter
Praxisbedingungen durch Ärzte/innen, Praxismitarbeiter/innen und
Patienten/innen beurteilt.
- Für Praxismitarbeiter/innen werden spezielle Telefonleitfäden mit
Empfehlungen erstellt, die den Aufgaben des Praxisteams gerecht werden
und z. B. bei Anrufen von Patienten eine erste Vorklärung
ermöglichen.
- Wichtige Leitlinieninhalte werden in Form von allgemeinen
Patienten-Faltblättern und individuellen Infozepten auch in die Sprache
von Patienten "übersetzt".
- Die für den Einsatz in der Praxis bestimmten Module enthalten
prozeßhafte Darstellungen, die sich an typischen Praxisabläufen
orientieren.
- Die Definition der Schnittstellen zu anderen Fachspezialisten, mit
Angabe von Indikationen zur Überweisung und Einweisung, sind fester
Bestandteil der Leitlinien und werden soweit möglich mit den betroffenen
Fachgesellschaften abgestimmt.
- Eine Strategie zur Verbreitung, Implementierung und Evaluation der
Leitlinien ist integraler Bestandteil des DEGAM-Konzeptes.
- Zur Vorbereitung einer späteren Überprüfung von Wirkungen und Folgen
werden in jeder Leitlinie detaillierte Evaluationsziele und -kriterien
angegeben.
- Die Überprüfung der methodischen Qualität aller DEGAM-Leitlinien
erfolgt mit Hilfe einer Checkliste der Ärztlichen Zentralstelle
Qualitätssicherung.
Leitlinien, die in angemessener Weise die verfügbare wissenschaftliche
Evidenz berücksichtigen, richten sich als Werkzeuge zur
Entscheidungsfindung an Ärzte wie Patienten und können darstellen, was in
definierten Situationen zumeist "richtig" ist. Zur notwendigen Veränderung
von konkreten klinisch-medizinischen und organisatorischen
Versorgungsprozessen bedarf es allerdings zusätzlich eines strukturierten
Qualitätsmanagements (vgl. auch 17). Dieses wirkt auf das System Praxis
und kann gewährleisten, daß die "richtigen Dinge" auch in der "richtigen
Weise" getan werden (3, 23).
Schlussfolgerungen
Die Erstellung effektiver Leitlinien für die praktische Medizin umfaßt
weit mehr als die Zusammenfassung aktuellen Fachwissens. Ihre Entwicklung,
Verbreitung, Umsetzung und Evaluation stellt ein sehr aufwendiges – jedoch
gangbares – Unterfangen dar, das kontinuierliche, auf viele Personen
verteilte, zeit- und ressourcenintensive Anstrengungen voraussetzt.
Die Entwicklung und Umsetzung der einzelnen Empfehlungen verlangt eine
Integration verschiedener Perspektiven. Neben der wissenschaftlichen
Evidenz im engeren Sinne, können z. B. auch praxisepidemiologische
oder gesundheitsökonomische Aspekte relevant sein. Weil dazu sehr wenig
Informationen zur Verfügung stehen, besteht hier erheblicher
Forschungsbedarf.
Ein zum Teil noch offenes Problem stellt auch die Definition von
Schnittstellen zu anderen Versorgungsebenen dar. Hier ist auf der einen
Seite wenig wissenschaftliche Evidenz für Indikationen zur Überweisung-,
Einweisung- oder Rücküberweisung verfügbar. Auf der anderen Seite besteht
in dieser Frage hierzulande ein Spannungsfeld aus mehr oder weniger
expliziten standes- und honorarpolitischen Interessen.
Die Erfüllung von Kriterien zur methodischen Qualität von Leitlinien –
wie in der Checkliste der Ärztlichen Zentralstelle Qualitätssicherung
zusammengefaßt – ist kein bloßes formales Erfordernis. Erst die hier
geforderte Klarheit und die in einem entsprechenden Clearingverfahren (24)
auch nach außen dokumentierte Transparenz, erlauben Anwendern bzw.
Betroffenen die Beurteilung einer Leitlinie und ihrer Empfehlungen.
Neben einem Konzept zur Entwicklung, ist eine Strategie zur Verbreitung
und Implementierung von Leitlinien zwingend erforderlich. Praxis- bzw.
ablauforientierte "Werkzeuge", wie kurzgefaßte Informationen für Ärzte und
Patienten – in gedruckter oder auch elektronischer Form – können dabei
helfen, die einzelnen Leitlinienempfehlungen in die Entscheidungsfindung
einzubeziehen und diese mit der ärztlichen Beurteilung des Einzelfalles
sowie den Präferenzen des Patienten abzugleichen.
Damit Leitlinien wirken, müssen konkrete Versorgungsprozesse verändert
werden. Deshalb bedarf es ergänzend eines systematischen
Qualitätsmanagements, das gezielt Schwachstellen und
Verbesserungspotentiale identifiziert, Veränderungen initiiert und in der
Praxis evaluiert.
Die Evaluation der Wirkungen und Folgen von Leitlinien auf Qualität und
Kosten der gesundheitlichen Versorgung ist eine wichtige, hierzulande
bisher völlig vernachlässigte Aufgabe. Wie in anderen Ländern bereits
üblich, sind Maßnahmen zur Evaluation von Leitlinien eine prioritäre
Zukunftsaufgabe.
Literatur
- Ärztliche
Zentralstelle Qualitätssicherung (1998) Checkliste "Methodische Qualität
von Leitlinien" Dtsch Ärztebl 95: A2576-A2579
- Englische Version: Appraisal Instrument
to assess the Methodological Quality of Medical Guidelines
- Banks JC, Howie JGR (1998) Reducing consultations for symptoms of
cystitis using a health education leaflet. Brit J Gen Pract 48:1595-1596
- Berwick DM (1996) A primer on leading the improvement of systems.
Brit Med J 312:619-622.
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Kassenärztliche Bundesvereinigung (1997) Beurteilungskriterien für
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Englische Version:
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- Davidoff F, Haynes B, Sackett D, Smith R (1995) Evidence based
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need. Brit Med J 310:1085-6
- DEGAM-Arbeitskreis "Leitlinien" (1997 und 1999) Konzept zur
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für die hausärztliche Praxis. Köln, Eigenverlag
- Dowie R (1998) A review of research in the United Kingdom to
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Family Practice 15:462-470
- Field MJ, Lohr KN (eds) (1990) Clinical practice guidelines.
Directions for a new program. Washington, National Academy Press
- Field MJ, Lohr KN (eds) (1992) Guidelines for clinical practice.
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dazu: Leserbriefe
und Schlußwort 94:A2118-A2120
- Gerlach FM (1998) Leitlinien in der Medizin – Zwischen
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- Gerlach FM, Bahrs O, Fischer GC et al. (1995) Leitlinien für die
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- Gerlach FM, Beyer M (1999) Wie haben sich Qualitätszirkel in
Deutschland etabliert? In: Bahrs O, Gerlach FM, Szecsenyi J (Hrsg)
Ärztliche Qualitätszirkel – Leitfaden für Klinik und Praxis. 4. völlig
neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Köln, Deutscher Ärzte-Verlag (im
Druck)
- Gerlach FM, Beyer M, Römer A (1998) Quality circles in ambulatory
care: state of development and future perspective in Germany. Int J Qual
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- Gerlach FM et al. (1998) Leitlinien in Klinik und Praxis:
Welche Anforderungen sollten moderne Leitlinien erfüllen? Welche
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bewährt? Welchen Beitrag können Leitlinien zur Qualitätsförderung in der
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- Gerlach FM et al.
(1999) Das DEGAM-Konzept - Entwicklung, Verbreitung, Implementierung und
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- Steurer J (1998) Kritische Beurteilung von "Guidelines". Praxis
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Bericht von der Tagung der WHO, Schloss Velen, Westfalen, 26.-28.01.1997
(english Version: EUR/ICP NHP O22VD96 POLCO2 02 04) Copenhagen, WHO
Regional Office for Europe
Leitlinie
Seit Ende November ist die erste autorisierte DEGAM-Leitlinie komplett
'online' verfuegbar.
Zusammenfassende Informationen über das
"Konzept zur Entwicklung, Verbreitung, Implementierung und Evaluation von
Leitlinien für die hausaerztliche Praxis" finden sich unter: http://www.degam.de/S5_leit_konzept.html
Obwohl
die offizielle Publikation erst in Heft 1/2000 der Zeitschrift fuer
Allgemeinmedizin vorgesehen ist, gibt es hier auch die von der DEGAM im
September 1999 autorisierte Musterleitlinie "Brennen beim Wasserlassen"
(inklusive aller Module für Ärzte, Praxisteams und Patienten): http://www.degam.de/S5_leit1.html
Eine Uebersicht
über die derzeit bearbeiteten Themen und die jeweils von der DEGAM
beauftragten Autorenteams ist ebenfalls verfuegbar: http://www.degam.de/S5_leit_themen.html
Finanzielle Unterstützung
Die Erstellung des Entwurfs der DEGAM-Leitlinien Nr. 1 "Brennen beim
Wasserlassen" wurde aus Planstellenmitteln der Abteilung für
Allgemeinmedizin der Universität Göttingen finanziert.
Die Organisations- und Koordinierungstätigkeiten der
DEGAM-Geschäftstelle zur Leitlinienentwicklung wird durch
Industriezuwendungen mitfinanziert. Themen und Inhalte der Leitlinien
werden in keiner Weise beeinflußt.
Korrespondenzadresse
Geschäftstelle Leitlinien-Entwicklung der DEGAM. Abteilung
Allgemeinmedizin – Universität Düsseldorf. Moorenstr. 5 – 40225
Düsseldorf.
DEGAM im Internet: http://www.degam.de/
Die DEGAM hat eine Entwicklerseite für die beauftragten Autoren der
DEGAM-Leitlinien in Ihr Internetangebot eingestellt. Sinn ist es, den
Leitlinien-Autoren Unterstützung zum jeweiligen Thema im Internet sowie
zur Entwicklung der konkreten Leitlinien zu geben.
Aufgrund
eigener Bestandsaufnahmen hat die DEGAM:
erstens Links zu allgemein
wichtigen Ressourcen, Datenbanken, Fachzeitschriften etc. aufgenommen -
'Allgemeines zu Leitlinien', zweitens bereits im Internet verfügbare
in- und ausländische Leitlinien zu den einzelnen in Entwicklung
befindlichen Themen aufgeführt.
Zu einzelnen Leitlinienthemen, die
mangels internationaler Vorbilder schwer zu bearbeiten sind (Pflegende
Angehörige, Sterbebegleitung), wurden auch Resultate von ersten
Literaturrecherchen bereitgestellt. Diese ersetzen keinesfalls die eigene
Recherche, sondern bieten den Entwicklern Stichworte und Ansatzpunkte für
die eigene Recherche und zeigen auf, in welchen Bereichen Literatur/wiss.
‘Evidenz’ vorhanden sein könnte.
Die Auswahl ist
selbstverständlich vorläufig und nicht vollständig.
Die Links
werden zukünftig noch stärker nach ihrer inhaltlichen Bedeutung
gegliedert.
Im Sinne der Transparenz der Arbeit der DEGAM stehen
diese Links nicht nur den Entwicklern, sondern auch der Öffentlichkeit zur
Verfügung.
Hier geht es zur
Leitlinien-Hyperlinksammlung der DEGAM
Gewinner des Deutschen Gesundheitspreises "Innovationen im
Gesundheitswesen" 1999
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