Die Diagnose Migräne ist eine Domäne von HausärztenAnamnese, körperliche Untersuchung und einfache neurologische Tests sichern die Diagnose / Spezialisten müssen nur in Ausnahmefällen konsultiert werdenNEU-ISENBURG (gwa). Wenige gezielte Fragen und körperlicher Befund mit orientierenden neurologischen Untersuchungen genügen, um bei 95 Prozent der Patienten mit Migräne die richtige Diagnose zu stellen. Apparative Diagnostik ist nur selten indiziert. Deshalb ist die Diagnose Migräne eine klassische Hausarzt-Domäne. Zunächst ist es wichtig, gezielt nach typischen Migränesymptomen zu fragen. Die International Headache Society (IHS) hat Kriterien aufgestellt, die zur eindeutigen Diagnose Migräne führen:
Einen schnellen Überblick verschafft man sich etwa, indem die seitengleiche Innervation von Gesichtsmuskeln beurteilt werden: Dazu sollen Patienten die Stirn runzeln, Augenbrauen hochziehen, Lider schließen, Zähne zeigen, Lippen auseinanderziehen und spitzen. Auch die Pupillen werden beurteilt: Sind sie gleich groß, rund und reagieren sie beidseits gleich auf Licht? Das Sehfeld wird überprüft, indem der Arzt seinen Zeigefinger langsam in das temporale nasale, untere und obere Gesichtsfeld des Patienten führt und sich sagen läßt, wann dieser den Finger bemerkt. Weitere Untersuchungen sind Koordinationsprüfungen bei geschlossenen Augen wie Armhalte-Versuch in Supination mit nach vorn ausgestreckten Armen, Nase-Finger-versuch oder Stehen auf einem Bein. Erfüllen mindestens fünf vom Patienten beschriebene Attacken die Kriterien der IHS und sind somatische Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen, dann ist die Diagnose Migräne gesichert. Wann sollten Patienten zum Neurologen oder zum Radiologen überwiesen werden? Das sollte bei allen Patienten veranlaßt werden, die über 40 Jahre alt sind und zum ersten mal eine Migräneattacke oder andere Kopfschmerzen bekommen haben, sagt der Neurologe Privatdozent Dr. Stefan Evers von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
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